SelbstFAIRteidigung

Als Selbstverteidigung wird die Vermeidung und die Abwehr von Angriffen auf die seelische oder körperliche Unversehrtheit eines Menschen bezeichnet. Die Spannweite solcher Angriffe beginnt bei Nichtbeachtung, unbedachten Äußerungen, Einnehmen von Gemeinschaftsraum, setzt sich fort über BeleidigungenMobbing und Körperverletzung und reicht bis zu schwersten Gewaltverbrechen. Dabei ist jedoch immer die Ausübung von Macht das Ziel des Täters.

Die weit überwiegende Anzahl solcher Angriffe wird nicht von Fremden, sondern von Bekannten (Mitschüler, Verwandte, Ehepartner) verübt. Bei der Verteidigung gegen nicht-körperliche Angriffe spricht man auch von Selbstbehauptung (als Substantiv zu sich behaupten).

In diesem Kurs lernen pädagogische Fachkräfte, Sicherheitskräfte, Rettungskräfte, Sachbearbeiter in Behörden und jeder, der mit übergriffigen Situationen im beruflichen oder auch privaten Alltag zu tun hat, wie man sich gegen diese Angriffe zur Wehr setzt.

Wir sprechen von drei wirksamen Strategien der Selbstverteidigung:

Strategie 1:     die verbale Verteidigung

Unter verbale Verteidigungsstrategien verstehen wir unter anderem den Einsatz der eigenen Stimme. Es kommt nicht nur darauf an, was man sagt, sondern entscheidend ist, wie man etwas sagt! Opfer sind oftmals still, leise, weil sie sich gehemmt und blockiert fühlen, klare Grenzen mittel der eigenen Stimme und Lautstärke zu setzen. Damit wirken sie häufig schwach und sind von einem Täter als potentielle Opfer zu erkennen.

Strategie 2:     die körpersprachliche Verteidigung

Wir können nicht „nicht kommunizieren“! Unsere Körpersprache sendet permanent Signale, welche unserem Gegenüber es ermöglichen abzulesen, ob wir stark oder schwach, Opfer oder Herausforderung sind. Beim gegenseitigen „Scannen“ ist der erste Eindruck oftmals darüber entscheidend, ob wir angegriffen werden, oder eben nicht. Mittels der eigenen Körpersprache lassen sich 80% der Übergriffe bereits abwehren, ohne dass ein Angriff überhaupt stattgefunden hat. 

Strategie 3:     die körperliche Verteidigung

„Wenn ich kämpfe, kann ich vielleicht verlieren. Kämpfe ich nicht, verliere ich ganz sicher!“ (Sensei Jörg Knust, F.I.S.T.) 

Es gibt Situationen, in denen ist die körperliche Konfrontation unvermeidbar. Strategie 1 und 2 haben nicht ausreichend greifen können - Was nun? 

Für solche Situationen sollten wir in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen. Wir praktizieren hier die „sanften Mittel“ der Selbstverteidigung. Das bedeutet, dass wir auf Schlag- und Tritttechniken verzichten und uns auf schnell erlern- und anwendbare Techniken konzentrieren, welche unserem Gegner keinen nachhaltigen Schaden zufügen. 

Gemeint sind Hebel- und Haltetechniken, Befreiungstechniken, Griffe und die Stimulierung von empfindlichen Nervendruckpunkten, um uns aus gefährlichen Angriffssituationen zu befreien, oder auch um Dritte zu verteidigen und zu schützen. 

Diese Techniken sind auch in beruflichen Situationen anwendbar.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet.

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.